Shelties "from the Olympic Mountains" - Dermatomyositis 2012

 
Probleme in der Zucht - was nun?

Thema: Dermatomyositis (DM)

(nicht zu verwechseln mit DM = Degenerative Myelopathie)

Neuigkeiten ab 2012

Aktuelles siehe am Ende dieser Seite!

Januar 2012

Es ist wieder an der Zeit, diese Seite zu aktualisieren.

Enapay wurde Ende Juli 2011 kastriert, er hat alles super überstanden. Kurz nach unserem Welpentreffen im September ist er zu seinem Kumpel Odin umgezogen. Die beiden verstehen sich sehr gut und bei Enapay, der jetzt Hares heißt, ist die Rute wieder komplett zugewachsen. Seine neue Besitzerin informiert uns stets, wenn es etwas neues gibt. Dafür sind wir sehr dankbar. Es hat sich gezeigt, dass es Hares so einfach besser geht und er weniger Stress hat. Er hatte nochmals einen kleinen Schub im Dezember, aber die Haare kommen schon wieder.

Eve geht es mittlerweile auch sehr gut. Sie bekommt ein spezielles Futter und hatte bisher weder Krusten in den Ohren noch sonstige Haarausfälle oder Hautveränderungen.

Bei Enyo wurde die Trentaldosis erhöht, auch er hatte erneut einen Schub nach seiner Kastration im September 2011. Aber auch bei ihm kommen die Haare wieder und es geht ihm ansonsten gut.

Wie mir berichtet wurde, gibt es neue Fälle von DM in Deutschland! Es betrifft von fünf Welpen aus einem Wurf drei in der Farbe tricolour. Diese mussten wohl leider eingeschläfert werden, da das Nervensystem betroffen war! Sogar bei der Mutterhündin soll DM ausgebrochen sein, vielleicht durch den Stress bei der Geburt? Die Krankheit soll durch eine Biopsie bestätigt worden sein.

Nach ein bisschen Recherche und mit Hilfe einiger anderer Züchter haben sich die Puzzleteile zusammengefügt. Nun weiß ich, um welche Zucht es sich handelt und wer die Elterntiere sind. Der Vater ist ein tricolour Rüde, englisch gezogen. Die Mutter ist eine schwarz-weiße Hündin, überwiegend amerikanisch gezogen.

Ich habe in den Ahnen geforscht und festgestellt, dass ein englischer Rüde (ein Vorfahre des Vaters der Welpen) darunter ist, der schon öfter in Ahnentafeln vorkam bei Hunden mit DM. Er hatte nachweislich auch eine an DM erkrankte Hündin gezeugt.

Vater der Mutter ist ein tricolour Rüde (US-Import), der zwei gleiche Vorfahren wie Elaine hat. Diese kommen in seiner Ahnentafel sogar doppelt vor, da die Großmütter Vollschwestern sind.

Die Mutter der Hündin ist bi blue und hat als Vorfahren u. a. auch den besagten englischen Rüden unter ihren Ahnen.

Interessant wäre zu erfahren, ob Geschwister der Mutterhündin auch Anzeichen haben von DM aufweisen oder ob es sonst in der Linie bereits Probleme gab. Doch werden wir es je erfahren?

04.01.2012:

Es gibt tatsächlich noch Züchter, denen daran liegt, auf dieses Problem aufmerksam zu machen! Heute rief mich die Züchterin der o. g. Welpen an (s. Januar 2012) und gab mir mehr Informationen. Ihre Welpen sind im Mai 2011 geboren, zwei Rüden und drei Hündinnen. Nachdem bei den Hündinnen erste Anzeichen von Haarausfall aufgetreten sind, wurde im September 2011 eine Biopsie gemacht. Der Befund war leider positiv, die Welpen hatten Dermatomyositis! Sie hatten aber leider eine schwere Form, die sich in Muskellähmungen und Aggression zeigte. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt wurden die drei Hündinnen eingeschläfert. Und darüber muss man erst einmal hinweg kommen! Bei der Mutter zeigen sich nun auch erste Anzeichen von Haarausfall unter den Augen und am Nasenrücken. Die Stellen sind aber noch zu kein, um eine Stanzprobe zu nehmen. Die Hündin wird monatlich dem Tierarzt vorgestellt. Sobald sich da etwas tut und die Hündin untersucht ist, will mich die Züchterin informieren. Sollte die Hündin wie ihr Welpen an einer schweren Form von DM leiden, wird sie nach Aussage der Tierärzte höchstens 5 Jahre alt.

Nun sind wir gespannt, ob es noch weitere Fälle von DM gibt, die in der Verwandtschaft dieser Hündin vorkommen. Die Hündin stammt aus einem 7er Wurf, eine blue merle Schwester ist auch in der Zucht und hatte im Mai 2011 ihren ersten Wurf...

10.01.2012:

Die Fälle häufen sich! Letzte Woche erhielt ich einen weiteren Anruf einer Züchterin, die einen schwarz-weißen Rüden gekauft hatte. Dieser hatte nach wenigen Wochen kahle, entzündete Stellen unter den Augen (Fotos liegen mir vor). Er wurde an seine Züchterin zurückgegeben, da man Demodexmilben vermutete und mit einem solchen Rüden nicht züchten wollte. Trotzdem zeugte er bei seiner Züchterin wohl einen Wurf und wurde als Zuchtrüde weiterverkauft. Als seine kahlen Stellen schlimmer wurden, wurde eine Biopsie gemacht und es kam heraus, dass er DM hat! Ich bin bereits am Forschen und habe auch mit Sherry Lindsey in Texas Kontakt aufgenommen, auch wegen des o. g. Falles. Meine Züchterin in den USA habe ich auch angefragt. Sie will sich umhören und gibt mir bescheid, ob und was sie herausgefunden hat. Sie hat mir versichert, dass in ihren Linien noch keine DM vorkam. Das beruhigt mich sehr!

Bei meinen Nachforschungen habe ich schon bei den mir mittlerweile sechs bekannten Fällen einige gleiche Ahnen gefunden. Sowohl in den englischen als auch in den amerikanischen Linien. Sollte dies Zufall sein? Vor allem in einer Ahnentafel fallen mir sehr enge Linien- bzw. sogar Inzestzuchten auf (englisch). So könnte man vermuten, dass diese Krankheit irgendwann auftritt, wenn zu eng verpaart wurde (Inzuchtdepression), da die Nachkommen anfälliger für Krankheiten werden sollen.

19.01.2012:

Sherry aus Texas hat mir nun auch geantwortet. Sie hat die Ahnentafeln, die ich ihr geschickt habe, durchgesehen. Dabei ist wieder der eine ihr bekannte Rüde aufgefallen (er war übrigens bi blue, geboren 1989), der angeblich DM vererbt haben soll. Aber auch ein anderer Rüde (blue merle, geboren 1989) ist mehrfach vertreten. Er soll Gerüchten zufolge auch DM vererbt haben, aber sie hat noch niemanden gefunden, der ihr das tatsächlich bestätigt hat. Ein weiterer Rüde (tricolour, geboren 1980) ist ja auch im Gespräch, da soll auch der Züchter gewusst haben, dass es in seinem Zwinger Probleme gibt, hat aber nichts unternommen. Und ein anderer Rüde (zobelfarben, geboren 1991) aus einem sehr bekannten US-Zwinger, wurde damals wohl geoutet. Aber auch den Züchter interessierte es wohl eher weniger und der Rüde zeugte viele Nachkommen. Sherry schreibt, dass es noch sehr viele Dinge gibt, die nicht über die Vererbung von DM bekannt sind und wie es sich bei Hunden äußert. Ich habe Sherry gebeten, dass sie mir schreibt, falls es bzgl. DM etwas Neues gibt.

Bei mir haben sich nun schon einige Sheltiebesitzer und auch -züchter gemeldet, die mehr über die betroffenen Linien erfahren wollten. Ich konnte jeweils nur zu ihren eigenen Linien etwas sagen, ob mir z. B. Hunde aufgefallen sind, die bei den DM-Fällen vorkamen oder nicht. Ob diese nun wirklich das Gen tragen, weiß ich natürlich nicht.

Von mehreren Seiten wurde mir aber gesagt, dass immer noch daran gezweifelt wird, ob DM tatsächlich autosomal dominant vererbt wird. Mehrere Tierärzte sagten, beide Elternteile müssten die Gene tragen, damit es bei den Welpen ausbricht. Dazu kommt wahrscheinlich noch, dass es in der Linie Immunschwächen geben muss. Einige wussten gar nicht, dass DM auch in englischen Linien vorkommt! Nun, es wird zwar alles auf die amerikanischen Shelties geschoben, aber woher haben denn die Amerikaner ihre Shelties? Die Shetland Inseln gelten als Ursprung des Shelties, Großbritannien als Ursprungsland. Sämtliche damaligen Importe in die USA kamen doch aus England! Dass nun dort auch DM vorkommt, liegt auf der Hand. Ich bleibe weiter am Ball, vielleicht finde ich durch Zufall noch mehr Zusammenhänge.

25.01.2012:

Sherry wird mir helfen, die englischen Ahnentafeln, die ich zusammengestellt habe, durchzusehen. Es gibt Shelties, die in einigen Fällen häufiger auftreten, vielleicht gibt es da Zusammenhänge. Evtl. hat sie jemanden in England, der uns mit den Ahnen der englischen Linien helfen kann. Ich bin sehr gespannt, denn es gibt Publikationen über DM auch in England und mit Sicherheit kennt jemand auch die Namen der Hunde, die es vererbt haben sollen.

Sherry hat über 30 Jahre Shelties gezüchtet und schrieb mir, dass die Studien gezeigt haben, dass prozentual gesehen alle Farben gleichmäßig von DM betroffen sind. Dass schwarz-weiße Shelties nun öfters an DM erkranken, kann sie nicht bestätigen. Auch nicht, dass diese anfälliger für Autoimmunschwächen sind.

Sie hat mir wiederholt den tricolour Rüden genannt, der stark unter Verdacht steht, DM vererbt zu haben. Leider seien aber nicht alle Züchter ehrlich und würden darüber sprechen. Schließlich möchten sie weiterhin ihre Welpen verkaufen und ihre Rüden als Deckrüden anbieten. Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor...

17.02.2012:

Diese Woche habe ich meine Züchterin in den USA telefonisch erreicht. Sie hatte mir von einem sehr bekannten Zwinger in den USA geschrieben, wo es auch DM-Fälle gegeben haben soll. Sie wollte noch die Ahnentafel in ihrem Ordner heraussuchen (was sie noch nicht getan hat), konnte mir aber zwei weitere Namen von Rüden nennen, die DM vererbt haben. Einmal ein schwarz-weißer Rüde (geb. 1994) eben aus diesem bekannten Zwinger, der aber, nachdem DM-Fälle bei seinen Welpen aufgetreten waren, aus der Zucht genommen wurde. Leider gingen aber einige seiner Nachkommen in die Zucht und sind teilweise heute noch in Ahnentafeln zu finden (sogar in Europa!). Außerdem hat sie mir von einem zobelfarbenen Rüden (geb. 2005) erzählt, der stammt aus einem sehr bekannten Zwinger in Kanada. Das hätte ich nicht gedacht, dass es da auch DM gibt. Immerhin hat dieser Rüde zig Nachkommen, wer weiß, was da noch kommt.

Sie sagte, dass es wohl fast keine Linien in den USA mehr gibt, in denen keine DM auftreten könnte. Na prima! Mit der DM haben sich die Amerikaner wohl schon abgefunden. Ein sehr bekannter Züchter soll mal einer Züchterin, die nach einem seiner Rüden DM-Welpen hatte und ihn zur Rede stellte, geantwortet haben "Shit happens". Er sortiert die Hunde, die kranke Welpen bringen eben aus und verkauft sie für viel Geld ins Ausland. So kann man es auch machen...

Aus Texas leider noch nichts Neues.

Links zum Thema Dermatomyositis:

http://www.tintenblau.de/
http://www.shalaine.com/dm/dm.html

Diese Seite ist auch einen Klick wert, hat aber mit dem Thema nichts zu tun:

http://www.shalaine.com/quiltworks/portraits.html

© D. & A. Bruch
Erstellt am 25. Januar 2012 und aktualisiert am 17. Februar 2012.